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Unser Dorf- gestern und heute

Blick auf die 1050 Einwohner zählende Gemeinde Großmonra mit den Ortsteilen Backleben und Burgwenden. Vor- und frühgeschichtliche Funde rund um das Dorf Großmonra belegen, dass die Gegend bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war. Am 01. Mai des Jahres 704, also vor fast 1300 Jahren, wurden in einer  Urkunde erstmals vier Orte genannt im Zusammenhang mit Güterübertragungen des Herzogs Heden II. an des Bischof Willibrord von Utrecht: Würzburg, Arnstadt, Mühlberg und Großmonra.

Drei Kilometer nördlich der Ortslage befand sich die Monraburg. Sie zählte zu den ur- und frühgeschichtlich bedeutendsten Wallburganlagen Thüringens. Im Laufe der Jahrtausende versank diese Anlage, sodass heute trotz Überwucherungen von Büschen und Bäumen, die Konturen des Befestigungssystems noch recht deutlich erkennbar sind. Die Deutung des Ortsnamens ist schwierig, da es sich um einen sehr alten Namen handelt. Es ist möglich, dass der Bachname "mon", die Bezeichnung der Berg "mont" oder nicht zuletzt die Monraburg namensgebend gewesen sein könnten. Der Ort litt oft unter Bränden. Im Jahre 1749 brannten 102 Wohnhäuser, Ställe und Scheunen nieder. 1756 vernichtete ein Brand 160 Wohnhäuser, 111 Scheunen und 121 Ställe. Auch von Pestepidemien, besonders 1591 und 1597, berichtet die Überlieferung. Bis in das frühe 19. Jahrhundert gehörten Ort und Flur fast ausschließlich geistlichen Grundherren. Lange war das Dorf  Zentrum eines Besitzkomplexes des Erzbistums  Mainz. Später verfügten die Erfurter Stifter St. Severie und St. Marien hier über zahlreiche Güter. Die weltliche Gerichtsbarkeit wurde lange Zeit durch die Grafen von Beichlingen wahrgenommen.

Die Grundsteinlegung der ev. Kirche St. Peter und Paul erfolgte am 01.Juni 1688. Mit der Aufsetzung des Turmknopfes am 25.Oktober 1690 wurde der Bau abgeschlossen. 1789 wurde eine Restaurierung des Turmes vorgenommen. Eine weitere Restaurierung des Kirchenschiffes sowie der Bau des Treppenhauses an der Westseite erfolgte 1870. Die drei Glocken, die sich im Turm befinden, wurden zu unterschiedlichen Zeiten eingebaut, die kleine Glocke 1760, die mittlere und  große Glocke 1855. 1966 wurde die Turmspitze umgebaut und erneuert. Von 1990 bis 1999 erfolgten im Innern der Kirche umfangreiche Verputz- und Malerarbeiten sowie der Einbau eines elektrischen Uhrwerkes.

Der Erwerbszweig der Einwohner ging in den letzten Jahrhunderten hauptsächlich auf Ackerbau, Viehzucht und zeitweise auch auf Weinanbau zurück. In den letzten fünfzig Jahren änderte sich  das Dorfbild und auch die Tätigkeitsbereiche der im Ort wohnenden Menschen. So wird heute die Landwirtschaft, mit einzelnen Außnahmen, nur nebenberuflich betrieben. Die berufstätige Bevölkerung arbeitet größten Teils außerhalb Großmonras und sieht den Ort nur als Wohnstätte, der zu allen Jahreszeiten immer seine besonderen Reize hat.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurden ansässige Betriebe wie LPG (Tierproduktion), Agrargenossenschaft und Sägewerk geschlossen. Andere Firmen wie Mosterei und Handwerksbetriebe mit jahrzehntelanger Tradition modernisierten sich und passten ihre Produktion dem heutigen Niveau an. In den letzten zehn Jahren wurden im Zuge der Dorfsanierung der Ausbau der Straßen, die Verlegung der Kanalisation sowie das gesamte Telefonnetz des Ortes erneuert. Weniger schöne Einschnitte sind dem Ort allerdings auch nicht erspart geblieben. So brannte Ende des Jahres 1992 die Gaststätte mit Saal nieder. Mit der Schließung der Grundschule 1999 und der Kaufhalle kurze Zeit später gab es weitere Einschränkungen im Dorfleben.

Mit Übernahme des ehemaligen Kindergartens als Gaststätte sowie des Umbaues der ehemaligen Kaufhalle als Bürgerhaus und Saal wurde den bisherigen Notlösungen Abhilfe geschaffen. Im Mai 2002 war der Umbau der einstigen Schule in einen Kindergarten fertiggestellt und wurde mit einem Festakt der Gemeinde seiner neuen Bestimmung übergeben. In dieser modernen Einrichtung werden täglich 20 bis 30 Kinder liebevoll betreut, das beste Beispiel dafür, dass das Leben im Dorf weitergeht. Als fester Bestandteil des Dorfalltages  hat sich das Vereinsleben  im Laufe der Jahre weiterentwickelt. In den Vereinen wie z.B. Freiwillige Feuerwehr, Singegruppe, Frauentreff, Sportverein und  Country-Club findet jeder Interessierte ein breites Betätigungsfeld und kann seinen Hobbys nachgehen und so vom Alltag abschalten.