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Burgwenden

Geschichtliches

Von Großmonra kommend, liegt in nördlicher Richtung, eingebettet von geschichtlich wichtigen Höhenzügen wie Monraburg, Wendenburg und Finnberg, das kleine Dorf Burgwenden. Die erste namentliche Erwähnung des Ortes, damals Burchwinden, Borchwinden oder auch Bochwende, fand man im Besitz des Mainzer Peterstiftes um 1264. Er war damals der umfangreichen Mainzer Besitzung in und um Großmonra zugeordnet. Dass die Gegend aber weit früher besiedelt war, belegen Bodenfunde in und um den Ort, die sich bis in die Zeit der Bandkeramiker (4600 v.Chr.) zurückdatieren lassen. Burgwenden könnte sinngemäß "Siedlung von Wenden (Slawische Bevölkerungsteile) bei der Burg" bedeuten. Es ist anzunehmen, dass die Monraburg und später die Wendenburg in ihrer Funktion nicht nur als religiöse Kultstätten dienten, sondern auch zum Schutz der umliegenden Siedlungen und des Finnepasses sowie als Ausgangspunkt für Kriegszüge. Von den Burgen selbst ist heute leider nichts mehr sichtbar, aber mit einer guten Vorstellungskraft kann man anhand der noch vorhandenen Wallanlagen/Wallgräben trotz Wucherungen von Bäumen und Büschen erahnen, dass hier der Grundstein für die Ansiedlung der heute existierenden Orte gelegen haben muss. Aus geistlichem Besitz ging Burgwenden um 1500 in den Besitz der Beichlinger Grafen über und wurde später an die Herren von Werthern verkauft. Der Kirchenchronik nach zu urteilen, ist der Ort weder von Seuchen noch großen Bränden heimgesucht worden.

Vor 100 Jahren bis zum 2. Weltkrieg war Burgwenden als Luftkurort oder Kurbad Burgwenden bekannt, mit guten Pensions- und Erholungsmöglichkeiten, fünf Gasthäusern und regem Kurbetrieb. Vorwiegend mit Land- und Forstwirtschaft wurde der Lebensunterhalt gesichert. Über 200 Flüchtlinge haben mit Ende des 2. Weltkrieges vorübergehend oder für immer in dem kleinen Dorf eine Bleibe gefunden.
Im Marie-Sophienhaus Burgwenden fanden vom 1919 bis 1976 hunderte Elternlose sowie Kinder aus sozial schwachen Familien ein neues Zuhause. Ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Dorf und Kinderheim prägte die dörfliche Gemeinschaft und hinterließ tiefe Spuren. Zur endgültigen Schließung des Schulgebäudes am Weiher kam es mit der Einweihung einer zentralen Grundschule für die gesamte Gemeinde 1974. Zu DDR-Zeiten waren viele Einwohner in den hiesigen Forst- und Landwirtschaftsbetrieben, der Tierzucht und im Betonwerk beschäftigt. Heute gibt es in unserem kleinen Ort 12 angesiedelte Gewerbetreibende. Der Kindergarten schloss 2001. Heute besuchen die Kinder die gemeinsame Einrichtung in Großmonra. Seit der Erschließung eines Neubaugebietes 1997 fühlen sich bis heute weitere 13 Familien in der ländlichen Idylle wohl.

Interessantes zur Kirche

Die Kirche zu Burgwenden ist dem heiligen Laurentius geweiht und bestand im Mittelalter möglicherweise nur aus dem Turm mit innenliegendem Altarraum, der somit den ältesten Teil der Kirche bildet. Sichtbar in Stein gemeißelt die Jahreszahl 1713 im Mauerwerk des Kirchenschiffes lässt vermuten, dass erst in dieser Zeit der Anbau (Schiff) an den bestehenden Turm erfolgte. Mit dem Verfall der Kapelle auf der Monraburg im 16. Jahrhundert nutzte man teilweise die noch vorhandenen Sandsteine für den Kirchenanbau. Bemerkenswert ist das Tympanon mit Sonnenradmotiven über der Eingangstür. Die nachträglich eingebauten romanischen Säulen in den Schallöffnungen des Glockenturmes könnten früher zur Burgruine Rabiswalde gehört haben. Über die Jahrhunderte hinweg wurden immer wieder Restaurations- und Erhaltungsarbeiten an Dach, Turm, Mauerwerk und im Inneren ausgeführt. Nicht zuletzt durch Spenden und Eigeninitiative hat die Laurentius-Kirche in ihrer Schlichtheit ihren ganz besonderen Reiz, ruhend hoch über allen Häusern.

Erholung gefällig?

Auch heute noch ist Burgwenden nicht nur ein Geheimtipp für Naturliebende aus der näheren Umgebung. Dort, wo die den Ort durchlaufende Hauptstraße endet, beginnt Natur, bewaldete Höhenzüge mit endlos scheinenden Rad- und Wanderwegen, welche alle gut ausgeschildert sind. Eine von der Naturwissenschaft geschätzte Flora lädt geradezu ein, dem Alltagsstress zu entfliehen. Wanderungen zur Monra- oder Wendenburg und vielleicht weiter nach Schloss Beichlingen wie auch zur Burgruine von Rabiswalde sind vom Kammerforst gut zu erreichen. Der vom Landkreis finanzierte Grillplatz wird oft und gern für offizielle und private Anlässe genutzt. Mit kostenlosem Bustransfer am Himmelfahrtstag, Blaskapelle, Bierzelten und jeder Menge guter Laune geht an diesem Tag die Post ab. Aber auch Höhepunkte ganz anderer Art wie Regionalgottesdienste, sozusagen inmitten Gottes schöner Natur, sind besonders beeindruckende Stunden auf diesem Plateau, selbst für manch ahnungslosen Wanderer und Radfahrer. Nicht zu vergessen eine Wanderung am Südhang entlang des Finnberges mit Blick über Teile des Thüringer Beckens. Und wer es vielleicht bequemer mag bucht beim Reiterhof Viol eine Kremserfahrt oder das ganze doch lieber hoch zu Ross? Wenn in der Umgebung nirgends mehr Schnee liegt, sieht man hier ringsum auf den Anhöhen von Burgwenden noch lange Jung und Alt rodeln. Hunger und Durst nach einem erlebnisreichem Ausflug? Drei Gasthäuser  laden zum Verweilen ein. Die Pension Viol bietet darüber hinaus gute Übernachtungsmöglichkeiten.
Im Finne-Reitverein e.V. sowie in der Freiwilligen Feuerwehr können viele ihren Interessen nachgehen. Auch die Handarbeitsgruppe und die Burgbläser Burgwenden sind ständig aktiv.