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Backleben

Der Ortsname Backleben könnte sich sowohl aus dem Wort "Bach", wie auch aus dem Eigennamen "Bacco" herleiten. "leben" ließe sich auf Angeln oder Warnen zurückführen, die ihre Siedlungen durch Wälle und undurchdringliche Hecken ("lef", "leiben") sicherten. Durch Grabfunde aus der Bronzezeit läßt sich eine Besiedelung des Gebietes zu diesem Zeitpunkt belegen. Die erste urkundliche Erwähnung Backlebens geht auf das Jahr 1160 zurück, danach schenkt der Lehnsmann Adelbero dem Hersfelder Kloster 2 Hufen in Bacheleibun. Nach einer weiteren Urkunde war im Jahr 1227 Oldisleben mit 3 Hufen in Bacheleiven begütert. Sonst gehörte Bacheleyben, wie auch Battgendorf, mit 5 zinsenden Hufen dem Mainzer Petersstifte. Graf von Beichlingen verkauft 1457 die Herrschaft Frohndorf, zu welcher auch Backeleubin gehört, an die Grafen von Schwarzburg und von Stolberg. 1505 wird die Herrschaft Frohndorf mit allen geistlichen und weltlichen Lehen(Patronatsrechte), jedoch nicht Ritterlehn, an Hans von Werthern verkauft. Vermutlich befand sich das Gaugericht für den Bezirk der "sedes Monre" in Backleben. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts deutete ein mitten im Dorf gelegener Raum darauf hin, in dessen Mitte eine uralte Gerichtslinde und ein alter Steintisch Platz hatten. An seiner Stelle befindet sich heute das Denkmal der gefallenen Soldaten aus dem 1. Weltkrieg. 1822:"Ort mit kleinem Rittergute; 76 Häuser. 3 Kommungebäude, 341 Einwohner, Patrimonialgericht Beichlingen. Das Rittergut, Mann- und Weibslehn, welches vom Hause Stolberg releviert, ist dem Oberlandesgericht Naumburg unterworfen."

In zentraler Lage erhebt sich die im 18.Jahrhundert erbaute Kirche, der Turm ist jedoch wesentlich älter. Auf Inschriftsteinen sind die Worte "ANNO DOMINI 1575 HEIM B.CLAVSGREFE.B.LAWE" wie auch Wappen erkennbar. Der Turm beherbergte bis zum Jahr 1942 3 Glocken aus den Jahren 1818, 1780 und 1868, letztere beiden wurden jedoch zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde es durch Fördermittel und Spenden aus der Bevölkerung auch wieder möglich, notwendige Reparaturen an Dach und Fenstern zu finanzieren, um den Verfall der Kirche zu bremsen. 1998 konnten Mittel für eine Turmneueindeckung bereitgestellt werden und nach über 125 Jahren wurde in Backleben wieder ein Turmknopffest gefeiert.

Die Einwohner Backlebens bestritten ihren Lebensunterhalt in den vergangenen Jahrhunderten größtenteils durch Ackerbau, Viehzucht und vereinzelt Weinanbau. Bis zur Wiedervereinigung erfolgte am Dorfrand noch die Aufzucht von Jungrindern und Mastschweinen durch die in der Gemeinde ansässige LPG. Auch die Ackerflächen werden nun hauptsächlich durch auswärtige landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaftet.

In den letzten Jahren wurden einige Straßen grundhaft saniert, das Telefonnetz ausgebaut, das Abwassernetz teilweise erneuert und das gesamte Stromnetz neu verlegt. Auch einige  Firmen konnten sich in Backleben ansiedeln. Die Dorfgemeinschaft sorgt für weitreichende Abwechslung, wie die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr, Teilnahme an Senioren- und Frauennachmittagen, gelegentliche Fußballturniere oder das traditionelle Maifeuer. Wer etwas mehr die Natur genießen möchte, der kann auch in der landwirtschaftlich-reizvollen Umgebung von Backleben ein wenig umherschweifen oder den unweit vom Dorf angelegten Mühlenwanderweg bewandern.